III. Die richtige Mischung in deinem Depot

 

Also: Legen wir die Karten auf den Tisch … 🙂

Wie viel Verlust verträgst du?

 

Rechne so fĂĽr Buchverluste in Euro oder vorĂĽbergehende Wertminderung:

anzulegender Geldbetrag x maximaler Buchverlust = Wertminderung, die du aushalten können musst

Beispiel:
50.000 €  x  44 %  =  50.000 €  x  0,44 =  22.000 €

 

Risiko-Rendite-Tabelle von Gerd Kommer

Download Tabelle

 

 

Nimm das Konstrukt Weltportfolio als Schablone für dein Depot und den Vermögensaufbau. Durchdenke es und knete es dir zurecht.

 

Du willst es einfacher?

Okay, das geht. Sogar wissenschaftlich basiert. Statt über möglichen maximal verträglichen Buchverlusten zu sinnieren, könntest du auch so starten:

Pantoffel-Portfolio 50|50

Erinnerst du dich an Harry Markowitz? Den Nobelpreisträger, Genie der Finanzmathematik? Nach dessen wissenschaftlicher Theorie bis heute die Profis komplexe Portfolien aus Aktien, Immobilien, Rohstoffen, Gold, Anleihen und Guthaben strukturieren? Dafür muss Frau und Mann studiert haben.

Und weißt du was? Wie hat Markowitz sein Depot, sein eigenes Vermögen, aufgebaut? Komplex nach der eigenen Theorie? Ach wass!

Markowitz verteilte sein Geld 50|50:
– 50 % in Aktien
– 50 % in US-Staatsanleihen

Fertig war er.

Von Markowitz ist dieses Zitat im Buch von Jason Zweig „Gier“ überliefert:

„Ich habe mir meinen Kummer vorgestellt, wenn der Aktienmarkt explodieren würde und ich nicht dabei wäre – oder er in den Keller sacken würde, und ich alles in Aktien angelegt hätte.“

 

Markowitz entschied also vorrangig auf Basis seiner Gefühle. Und machte halbe-halbe, der hochdekorierte Nobelpreisträger. Verrückter Kerl! 🙂

 

Das Pantoffel-Portfolio:
Die simple Aufteilung von Markowitz’ privatem Depot 50/50 ist auch als Couch-Potato-Portfolio bekannt. Die Stiftung Finanztest hat es Pantoffel-Portfolio genannt, es umfassend untersucht und es mehrfach getestet. Das einfachste Pantoffel-Portfolio wird umgesetzt mit einem ETF auf Staatsanleihen in Euro und einem Aktien-ETF auf den Weltmarkt aus Industrie- und Schwellenländern. Fertig ist das Depot.

 

Institutionelles Basis-Portfolio 60|40

Es gibt noch eine Risiko-Rendite-Mischung, die wissenschaftlich untersucht ist. Sie hat mit guten Renditen gezeigt, dass sie funktioniert: Die Mischung aus 60 % risikoreichen Anlagen und 40 % risikoarmen.
Also so:

  1. Das Geld, dass du in den nächsten 10 Jahren brauchst, legst du als Festgeld + Tagesgeld an.
  2. Das Geld, dass du nicht in den nächsten 10 Jahren brauchst, teilst du auf:
    60 % in den Aktienmarkt
    40 % in Tagesgeld und/oder Anleihen

 

VerrĂĽckte Lebensalter-Faustformel

Du kannst auch dein Lebensalter als Anhaltspunkt für die Risiko-Rendite-Mischung nehmen. Das ist zwar nicht wissenschaftlich fundiert, aber praxistauglich. Als Faustformel, also Anhaltspunkt, NICHT als Vorgabe. Entscheidend ist deine persönliche, finanzielle Situation.

Relation ist risikoreich / risikoarm
Jung:   80|20 oder sogar 100 %
Mittel:  70|30 oder 60|40
Älter:    50|50 oder auch 60|40

Merke: Je älter du bist, desto größer wählst du den risikoarmen Anteil im Depot. Das musst du aber nicht tun, wie gesagt. Wenn du andere Assets und Einkünfte als Rentnerin hast, kannst du auch im hohen Alter noch risikoreich investieren.

 

Was bedeutet das jetzt fĂĽr dich?

Depots mĂĽssen nicht kompliziert sein, mit vielen, verschiedenen ETFs, um zu wachsen. Sie dĂĽrfen einfach sein. Einfachheit fĂĽhrt ebenfalls zum Ziel und spart sehr viel Zeit, Nerven und damit letztlich Geld.

Im nächsten Topic befüllen wir die Körbe risikoreich und risikoarm. Prinzipiell und praktisch, damit du im nächsten Modul loslegen kannst.

 

Bedenke bei allem eines:
Je höher der Anleihen-Anteil, desto geringer ist in der Regel die erwartete und tatsächliche Rendite. Deshalb finde eine gute Balance aus Sicherheitsanspruch und Renditewunsch.

 

Linktipp

Schau dich mal mit Ruhe bei Portfolio Einstein um. Er hat unzählige Portfolio-Mischungen aufbereitet. Ein super Webangebot, um sich Anregungen zu holen.

Die Seite ist leider nur auf Englisch. Du kannst sie dir als Inspirationsquelle speichern. Ich habe im späteren Kursverlauf noch weitere Inspirationen für dich.

 

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