AUFGABE 1
Bastel dir deine Wunschzukunft als Collage oder Visionboard.
Ich schätze mal, die meisten von uns treibt der Vermögensaufbau für die Rente um. Vermutlich bist du aus diesem Grund hier im Vermögenskurs. Aber selbst wenn nicht. Sieh dir dieses Topic an. Ich spreche jetzt über Rente, Geldströme und, wie viel du im Alter brauchen wirst. Oder haben willst.
Ich weiß, es ist ein hartes Brot, diese Frage. Sich vielleicht mit 30 oder 45 damit zu beschäftigen, wo das Geld mit 67 herkommen wird. Intuitiv aber fühlst du sicher auch: ‘Diese Frage ist verdammt wichtig! Denn auch im Alter benötige ich ja Geld! Und was, wenn ich nicht weiter erwerbstätig sein will oder kann?’
Lass uns also die Zukunft gestalten. Deine Zukunft.
Rechnungen bringen Klarheit. IMMER! Gehen wir es also an.
Wie viel Rente benötigst du im Monat? Das ist die entscheidende Ausgangsfrage.
Tatsächlich kann dir diese Frage niemand seriös beantworten. Weil niemand die Zukunft kennt. Deshalb schätzen wir die Zahlen grob. Und arbeiten mit dem Vermögensaufbau darauf zu.
Die grob geschätzten Zahlen, wie viel Rente wir monatlich brauchen, nehmen wir später als Richtschnur für den Vermögensaufbau. Mit dem Betrag vor Augen kannst du dich besser motivieren.
2 Gründe, warum es gut ist, die eigene Rentenhöhe abzuschätzen:
Und damit du weißt, wofür du dir jetzt Mühe gibst, statt das Geld auszugeben, motivieren wir uns selbst: mit einer Ideenskizze unseres Ruhestandes.
Oder doch lieber mit Opa bequem zu Hause sitzen und es sich gut gehen lassen und für die Enkel da sein?
Oder endlich an die Uni, weil für das Studium vorher nie Zeit war?

Male dir in deiner Fantasie deine Zukunft aus – als Frau um die 65 und, wie du leben möchtest, wenn du 70 Jahre und älter bist. Dieses pralle Leben setzen wir anschließend neben den Euro-Betrag, den wir als Wunsch-Rente gern hätten.
Das ist dann deine Vermögenszahl.
Denn ohne Geld wird diese schöne Zukunft nichts werden. Nicht in unserer kapitalistischen Gesellschaft, auch wenn wir das beklagen und bedauern mögen. Und ja, ich meine das mit dem Malen wörtlich.
Fertige, wenn du magst, eine Collage deiner Wunschzukunft an oder eine Liste mit Zeichnungen und Bildern. Habe Spaß dabei!
Treibe es bunt in deiner Zukunft. Dann lässt sich der Betrag besser vorstellen, den du für die Rente benötigst. Mit diesem Ziel vor Augen und der entsprechenden Rentenhöhe kannst du über Jahrzehnte durchhalten.
Ein Erfahrungswert. Wer ein Ziel hat, macht sich auf den Weg und hält auch dann Kurs, wenn der Weg mal steinig wird oder Seitenpfade sicherer erscheinen. Wer kein Ziel hat, läuft oft gar nicht erst los.
Und wer sich dann noch eine passende Strategie überlegt, erreicht sein Ziel auch ohne größere Umwege. Auch der Weg gehört in diesem Fall zum Ziel.
Auch ich habe Wünsche für mein Alter. Die teile ich mit dir. Als Inspiration.
Ich will ein frohes Leben haben, reich an Eindrücken und als Teil einer Gemeinschaft. Auf keinen Fall will ich arm sein. Wenig haben in Ordnung, aber nicht arm. Wenn ich von der Zukunft träume, sehe ich mich im Garten buddeln, meine Lieblings-Marmelade kochen (Schwarze Johannisbeeren), reisen, lesen, meine großen Kinder, die Enkel und Freundinnen besuchen. Ich denke an ein Haus mit kleinem Garten und weitem Blick. Am Meer? Über Felder? Das wäre schön.
Das ist mein Ziel: ein Haus am Meer oder See mit Garten.
So habe ich den Aktenordner beschriftet, in dem ich alles sammle, das mich zu meinem Ziel führt: eine Dokumentation meiner privaten Vermögensbildung.
Auf Seite 1 steht eine Zahl als mein magisches Sparziel. Dann kommen die Anlagestrategie, Anlageregeln, mein Depot und Infos, die ich für wichtig halte, Kontoauszüge, eine Liste mit allen Vermögenswerten. Denn auch mir ist klar: Die Rentenansprüche, die ich in der gesetzlichen Rentenversicherung als Grundpolster erworben habe, sinken in Bezug auf die Kaufkraft und werden im Alter nicht reichen. Zwar besitze ich bereits andere Vermögenswerte. Aber auch die werden auf keinen Fall ausreichen für ein finanziell sorgenfreies Leben.
Das heißt: Ich benötige zusätzliches Vermögen. Dieses baue ich in Eigenregie auf. Ohne Fremdbestimmung durch Versicherer, Banken, Staat, die mir von meinem Ersparten nach ihrem Gutdünken Geld zuteilen.
Was sind deine Wünsche für die Zukunft? Ich bin mir sicher, du hast welche. Gehört dazu auch die Gewissheit, im Alter genug zu haben? Dann ist es wichtig, die noch bleibende Zeit zu nutzen und auf ein persönliches Investitionsziel hinzuarbeiten.
Bastel dir deine Wunschzukunft als Collage oder Visionboard.
Nimm ein Blatt Papier, dazu Fotos, Zeitungsschnipsel, Kinderzeichnungen, eigene Kritzeleien und Schlagzeilen. Nimm dir Zeit dafür.
Hänge deiner Zukunftscollage an einen Ort, den du oft siehst. Zumindest am Anfang. Später kannst du deine Wunschzukunft in deinen Anlageordner heften.
Aber auch am Computer kannst du deine Zukunft visualisieren.
Einzige Bedingung: Habe Spaß und treibe es bunt auf dem Papier.
Denn: Rente muss sein. Wir werden immer älter, was fantastisch ist! Freue dich darüber. Nie hatten wir so viel Lebenszeit wie jetzt.

Wie hoch sollte die Rente später mal sein? Diese Frage kennst du. Als Antwort lese ich selbst in Fachbüchern immer wieder: etwa 80 % des aktuellen Einkommens.
Ich halte von dieser Prozentzahl nicht viel. Denn! Als Rentnerin fallen zwar Kosten für den Beruf weg, wie Ausgaben für den Arbeitsweg, Büro-Kleidung, Kinderbetreuung. Dafür steigen die Ausgaben für Gesundheit, Pflege, Freizeit, Reisen, Enkelvergnügungen …
Brauchen wir also wirklich 80 % unseres letzten Netto-Einkommens als Rente? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.
Letztlich ist es deine Entscheidung. Je niedriger du deine mögliche Rente ansetzt, desto weniger Vermögen musst du aufbauen. Je niedriger die Rente dann aber ist, desto weniger Spielraum besteht.
Ich rate hier zu Ehrlichkeit und Realitätssinn. Lieber etwas mehr haben als zu wenig. Oder: Beides kalkulieren!
Wir starten deshalb mit diesem Grundsatz:
In der Konsequenz heißt das: Wir kalkulieren zwei Renten.
– Mindestrente = für ein würdevolles, minimalistisches Leben
– Wunschrente = Mindestrente plus Ausgaben für schöne Dinge im Leben
Der Mindestrente würde ich mich so nähern, dass sie deinen Grundbedarf an Ausgaben deckt.
Die Wunschrente liegt eher am heutigen Einkommen. Bedeutet: Netto-Einkommen heute = Netto-Wunschrente morgen.
Wir befüllen also 2 Körbe. Einen für die Grundausstattung. Und einen für die Grundausstattung und allem Nice-to-have-stuff.
Mit dem ↗️ Rentenlücken-Kalkulator rechnest du nicht nur deine Rentenlücke aus. Sondern auch die Investitionsrate, mit der du die Lücke schließen oder jedenfalls deutlich verringern kannst. Den Kalkulator findest du auch unter dem Menüpunkt ↗️ Meine Kurse. Es ist einer der Kursboni.
Du fragst dich, was mit der Inflation ist? Die beziehen wir beim Errechnen der Rentenlücke ein. Rechne deine Rentenlücke bitte erst, wenn du mit diesem Kursmodul fertig bist und dir die Frage stellst:
Wie viel investiere ich monatlich für meinen Vermögensaufbau?
Und: Wie konkretisiere ich dieses Investitionsziel?
Anette Weiß: Rente ohne Roulette. Ein Rechenroman.
Gisela Enders: Bau Dir Dein Grundeinkommen