V. No-Goes – Meide diese Fallen beim Anlegen

 

Beim Geldanlegen können wir über einige Fallen stolpern.

Das liegt daran, dass wir oft nach bewährten Regeln entscheiden, um Zeit und Energie zu sparen. Allerdings sind einige dieser Regeln bei der Geldanlage nicht zu gebrauchen. Zum Beispiel: Wer billig kauft, kauft zweimal. Das gilt beim Geldanlegen nicht.

Damit du nicht in solche und andere Fallen tappst, hier einige wichtige No-Gos bei Aktien- und Anleihen-ETF.

No-Gos bei Aktien-ETF

1. Sich vom Kurs leiten lassen.

Der Kurs eines Aktien-ETF bedeutet nicht, dass er günstig ist und über die Zeit eine hohe Performance bringen wird. Der Kurs ist höchstens dann ein Auswahlkriterium, wenn 2 identische Aktien-ETFs zur Auswahl stehen, und du monatlich einen Betrag investieren willst, der mit dem niedrigeren besser korrespondiert, als mit dem hohen.

Beispielsweise willst du 50 € investieren, ein Anteil eines Aktien-ETF-Anteils auf denselben Index hat einen Kurs von 25 €, der andere von 47 €. Dann würde ich den für 25 € nehmen, wohl wissend, dass der Betrag von 25 € über die Zeit steigen wird.

2. Keine Diversifikation.

Allein auf einen Aktien-ETF auf eine Region oder Branche oder einen Trend zu setzen, ist fahrlässig. Es kann zu hohen Vermögensschäden führen. Wer Vermögen aufbauen will, benötigt als Basisinvestment eine breite Streuung (=Diversifikation), um Verlustrisiken zu senken.

3. Kosten ignorieren (TER).

Die Total Expense Ratio (TER) beschreibt die laufenden Kosten eines ETF. Ein hoher Wert frisst langfristig Rendite. Acht deshalb auf ETFs mit niedrigen TER-Raten.

4. Auf kurzfristige Gewinne hoffen.

ETFs sind in der Regel ein langfristiges Investment. Wer in kurzer Zeit auf hohe Renditen hofft, kann sein blaues Wunder erleben. Deshalb immer in Aktien-ETF langfristig anlegen.

5. Den Aktien-ETF nicht verstehen.

Es gibt Aktien-ETFs, die auf bestimmte Strategien setzen, wie Hebelprodukte, Short-ETFs und exotische Indizes. Vermeide es, in ETFs zu investieren, deren Strategie du nicht verstehst.

6. Falsche Erwartungen an die Sicherheit haben.

Aktien-ETFs gelten als relativ sicher, zumindest die breit gestreuten Welt-ETFs. Sie sind deswegen aber nicht risikofrei! Auch wenn das Expert’innen sagen. Marktschwankungen und Krisen gehören dazu und können vorübergehend zu hohen Buchverlusten führen. Auch Welt-ETFs sind kein „sicherer Hafen“, sondern bleiben Investments in Aktien.

 

No-Gos bei Anleihen und Anleihen-ETF

1. Nicht klar festlegen, wozu du Anleihen einsetzt.

Sollen die Anleihen in deinem Depot der Sicherheit und Stabilität dienen, wie sie Gerd Kommer im Weltportfolio einsetzt? Oder definierst du die Anleihen als risikobalancierten Anteil im Depot, wie es Markowitz tut? Bestimme das bitte sauber für dich, bevor du investierst.

Wenn du dir nicht sicher bist, starte mit dem sicherheitsorientierten Ansatz nach Kommer.

2. Leitzins-Entwicklungen ignorieren.

Anleihen reagieren stark auf Änderungen der Leitzinsen. Wenn die Zinsen steigen, sinken die Kurse auch von Anleihen-ETFs. Habe also ein Ohr an den Zinsprognosen, wenn du in langlaufende Anleihen-ETFs investierst.

3. Währungsschwankungen unterschätzen.

Währungsschwankungen können die Rendite stark beeinflussen. Wähle deshalb Anleihen-ETF besser in Euro.

4. Bonität der Emittenten ignorieren.

Nicht alle Anleihen haben die gleiche Kreditwürdigkeit. ETFs, die in hochverzinsliche Anleihen (High-Yield) investieren, tragen oft ein höheres Ausfallrisiko. Unterschätze nicht das Risiko von Anleihen mit niedriger Bonität! Sie stellen ein Risiko dar.

5. Kosten übersehen.

Wie bei Aktien-ETFs spielt die TER auch bei Anleihen-ETFs eine Rolle. Achte hier besonders auf die Kosten, weil Anleihen niedrigere Renditen haben. Da schlagen hohe Kosten noch mehr zu Buche.

6. Liquidität vernachlässigen.

Nicht jeder Anleihen-ETF wird häufig gehandelt. ETFs mit geringer Liquidität können schwieriger zu kaufen oder zu verkaufen sein. Setze auf ETFs mit ausreichend hohem Handelsvolumen.

7. Sich von „Finanzinnovationen“ blenden lassen.

Anleihen, die keine sind, brauchen wir nicht, wie Aktienanleihen, Wandelanleihen, Nachranganleihen … bitte lass die Finger davon. Sie sind nur eine Cashcow für die herausgebenden Banken.

 

Noch ein No-Go!

Hast du in einzelne Aktien investiert, investiere niemals gleichzeitig in Einzelanleihen dieser Unternehmen.

Weshalb?

Geraten diese Unternehmen in Schwierigkeiten und müssen möglicherweise Insolvenz anmelden, bist du doppelt gekniffen.

Einmal wird der Aktienkurs drastisch sinken. Deine Investition könnte also futsch sein.

Zum anderen wird bei den Anleihen der zurückgezahlte Betrag sehr wahrscheinlich nicht der Summe entsprechen, die du investiert hast. Vielleicht erhältst du 30 % zurück, oder wenn es gut läuft, 50 %. Auf keinen Fall aber dein eingesetztes Kapital. 😜

 

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