III. Risiken bei der Geldanlage managen
Ich wette, du kennst jemanden, der von Aktien vehement abrät. „Aus eigener Erfahrung“. Vielleicht will sogar deine Familie nicht, dass du in Aktien investierst. Ich hatte schon einige Kursteilnehmerinnen, die erzählten, dass die Familie ihnen ungefragt reinredete:
„Pass auf, dass du nicht abgezockt wirst!“ Oder: „Da verlierst du immer, ich sag’ nur Telekom-Aktie! Solch ein Beschiss. Total viel verloren!“ Oder: „Einmal habe ich investiert, Tausende Mark in eine Aktie am Neuen Markt. Alles verloren! Aktien sind nur was für Reiche.“
Ich kenne viele solche Finger-weg-von-Aktien-Geschichten. Und alle, wirklich alle, hatten sich vorher nicht mit Aktien und dem Umgang mit den Risiken vertraut gemacht. Dabei können wir sie wunderbar managen. Wenn wir wissen, wie es geht.
Risiken der Anlageklassen managen: Wir diversifizieren!
Wir streuen die Verlustrisiken der Anlageklassen über zwei Strategien:
- Innerhalb der Asset-Klasse:
Wir kaufen also nicht nur eine Aktie, sondern Hunderte bis Tausende – mit globalen Aktien-ETFs geht das ganz prima - Wir klotzen auch über die Asset-Klassen hinweg:
Wir mischen risikoarme Geldanlagen mit risikoreichen – also Geld- und Sachwerte wie Tagesgeld, Anleihen mit Aktien oder Aktien-ETFs, Immobilien, Rohstoffe …
Diversifizieren: Risiken innerhalb und über Vermögenswerte hinweg zerstreuen

Als Indexerinnen diversifizieren wir mit ETFs!
Besonderer Link: Handelsvolumen von Einzelanleihen bei der Börse Stuttgart
Vorsicht vor diesem Trugschluss:
Hohes Risiko = hohe Rendite.
DIESER SCHLUSS STIMMT NICHT!
Denn: Wir kennen die Zukunft nicht!
WAS STIMMT:
Ohne Risiko, keine Rendite. In der Rückbetrachtung!
Wenn wir Marktrisiken bei Aktien eingehen und die Verlustrisiken von Anleihen klug abwählen, werden wir mit Rendite belohnt. Mit welcher Rendite? Das wissen wir beim Kauf nicht. Wir lassen die Rendite auf uns zukommen.
Anleihen schwanken geringer als Aktien
Hier eine Tabelle mit den größten Anleihe-Kursverlusten einiger Krisen. Hier siehst du, wie Anleihen die hohen Verluste bei den Aktienkursen auffangen. Sie büßen in Krisen in der Regel nur gering ein und erholen sich schneller als Aktienmärkte.
Der hohe Kursverlust im Jahr 2022 bei Anleihen resultiert aus der noch nie dagewesenen Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank, EZB. Fast 10 Jahre hatte die EZB den Leitzins auf null gesetzt. Sie hob ihn im Oktober 2022 an. Darüber hatten wir schon gesprochen. Da lag die Inflation in der Eurozone längst über der 10-Prozent-Mark.

Durchatmen.
Was Risiko ist, weißt du jetzt. Die Frage ist nun: Wie viel Verlustrisiko kannst du tragen – finanziell und emotional? Darum geht es im nächsten Topic.
