II. Risiken von Aktien und Anleihen

 

Die Risiken bei Aktien und Anleihen unterscheiden sich: Aktien sind risikoreich und deshalb Renditebringer. Anleihen gelten als risikoarm und sind deshalb Sicherheitsanker. Allerdings gibt es hier eine Ausnahme von dieser Regel – bei Anleihen.

Aktien sind immer risikoreich. Punkt.

Anleihen können ebenfalls risikoreich sein, wenn wir bestimmte Anleihen und Anleihen-ETFs wählen. Hier entscheidest du, ob deine Anleihen-ETF risikoarm oder risikoreich sind.

Wenn du später im Kurs deine Anlagestrategie festlegst, ist das ein wichtiger Punkt. Ich erinnere dich noch einmal daran, wenn es so weit ist.

Okay – sehen wir uns die Risiken von Aktien zuerst an.

Die Verlustrisiken von Aktien

Die wichtigsten Risiken sind unter anderem diese:
– Einzelwertrisiko
– Liquiditätsrisiko
– Managerrisiko
– unternehmensspezifische Risiken

– Sektorrisiko … und einige andere mehr

 

Wir suchen nur EIN Risiko: das Marktrisiko.

Marktrisiko
Marktpreis-Änderungs-Risiko
= finanzieller Nach- oder Vorteil, der Anleger’innen durch Aktienkursschwankungen erwächst.

Dieses Marktrisiko lernen wir auszuhalten. Und werden dafür mit Rendite belohnt.

Risiken von Aktien

 

Das Marktrisiko als Spiegel der Weltereignisse

 

Langfristig werden wir mit Rendite belohnt. Ab 14 Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit einer Rendite um real 5 % bis 8 %, wenn wir 100 % global in Aktien investiert sind. Das hatten wir in Modul 3 Warum Aktien gut für uns sind besprochen.

 

Und wie ist das bei Anleihen? Die ja prinzipiell als risikoarm gelten? Mit Ausnehmen, wie geschrieben?

 

Risiken von Anleihen

Die vier großen Risiken bei Anleihen können wir durch eine kluge Auswahl sehr reduzieren:

  1. Ausfall- bzw. Bonitätsrisiko der Emittentin
  2. Zinsänderungsrisiko, verursacht durch die Zentralbank und Veränderung des Leitzinses
  3. Währungsrisiko, wenn Anleihe in einer anderen Währung ausgegeben ist als in Euro (für unseren Währungsraum)
  4. Liquiditätsrisiko, weil Anleihe womöglich selten gehandelt wird an den Börsen

 

 

Faustformel für Kursveränderung bei Leitzinsänderungen

Du kannst mit einer Faustformel abschätzen, wie stark ein Anleihenkurs sich bewegt, wenn die Notenbank den Leitzins verändert.

Rechne dazu:
Zinsänderung  x  Restlaufzeit der Anleihe  =  Kursänderung der Einzelanleihe

Beispiel:
2 %  x  4 Jahren  = – 8 % Kursverlust

 

Umlaufrendite als Indikator für das Zinsniveau

Hier findest du die Umlaufrendite des Bundes. Das ist die Rendite deutscher Staatsanleihen verschiedener Laufzeiten. Die Umlaufrendite ist ein Indikator für die Zinsentwicklung und das Zinsniveau am Kapitalmarkt. Hast du Anleihen, deren Zinskupon deutlich darüber liegt, sei auf der Hut!  😉

 

Natürlich stecken in diesen Risiken auch Renditechancen.

Wenn wir beispielsweise eine ausfallgefährdete Anleihe zu einem niedrigen Kurs kaufen und die Anleihe am Laufzeitende zu 100 % zurückgezahlt wird. Not bad!

Oder eine Fremdwährungsanleihe. Wenn der Wechselkurs im Zeitpunkt der Zahlungen gut für uns steht, wir also mehr Euro erhalten, als investiert, ebenso prima.

NUR!

Solche ausfallgefährdete Einzelanleihen oder Fremdwährungsanleihen – auch verpackt in Fonds – sind hochspekulativ und risikoreich!

Wollen wir hohe Risiken bei Anleihen, zu dem hochspekulative? Klare Ansage: Nein! Wollen wir beim Vermögensaufbau für das Alter nicht. Da zocken wir nicht, sondern bauen auf.

Bist du da bei mir? 🙏

 

Wie wir die Risiken von Aktien und bei Anleihen praktisch managen, darum geht es jetzt im nächsten Topic.

 

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